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Über Malerei Schnitt im Bild Do 13.10., 19 

Über Malerei

ist eine Gesprächsreihe die vom Fachbereich abstrakte Malerei erstmals 2013 initiert wurde und in der zeitgenössische Malerei ausschließlich anhand von Originalen mit Studierenden, Alumnis, Lehrenden und Gästen diskutiert wird.

Das erweiterte Konzept für die Neuauflage von Über Malerei wird ab dem SS 2022 an vier Terminen veranstaltet. Künstler_innen werden eingeladen ein eigenes Bild zur Verfügung zu stellen, das in Kombination mit einem Gegenstand und einer Abbildung einer historischen Malerei in den Räumen des Exhibit Eschenbachgasse ausgestellt wird.

Schnitt im Bild

Georg Frauenschuh, Nino Svireli und Luisa Kasalicky im Gespräch/Do 13.10., 19 Uhr

Georg Frauenschuh verbindet in seiner Malerei einen persönlichen Standpunkt mit einer diskursiven Herangehensweise. Die einzelnen „Erzählgegenstände“ beruhen oftmalig auf vorgefundenem Material digitaler Herkunft, bilden aber ebenso persönliche Erinnerungsimpulse nach. So werden in den teils großformatigen Bildern Prozesse menschlicher Produktion und der daraus resultierenden Fehlbarkeit sichtbar. Wahrnehmungserfahrungen und Darstellungsmöglichkeiten werden genauso wie die jeweilige Ausprägung abstrakter und gegenständlicher Phänomene kontinuierlich mitverhandelt.

Performance / Roland Rauschmeier

*Am Folgetag, den 14.10.2022, kann die Ausstellung im Zeitraum von 11–15 Uhr im Exhibit Eschenbachgasse besichtigt werden.

Exhibit: Eschenbachgasse 11, Ecke Getreidemarkt, 1100 Wien

https://www.akbild.ac.at/de/museum-und-ausstellungen/Exhibit/ausstellungen-veranstaltungen/termine/2022/ueber-malerei-schnitt-im-bild

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ABSTRAKT AUSFLUG #2

Abstrakt Ausflug #2

Karl-Marx-Hof, 1190 Wien, 27. März 2022

Der Karl-Marx-Hof: Über 1,2 Kilometer lang, mit geschlossener Bauweise, Toren und Türmen, steht er wie eine Festung im bürgerlich-konservativen Wiener Bezirk Döbling

„Wien hatte 1918 den Zusammenbruch einer jahrhundertealten Ordnung, die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten und den Massenexodus einer halben Million Menschen erlebt, die über Nacht zu Ausländern geworden waren. Doch mitten im wirtschaftlichen Niedergang und im identitären Vakuum, das die vertriebenen Habsburger hinterliessen, war auch Platz für die Verwirklichung einer Utopie: 1919 wurde Wien zur weltweit ersten Millionenstadt, in der Sozialdemokraten an die Macht kamen. Sie bauten die Stadt zur proletarischen Metropole um: Dank einer gezielten Umverteilungspolitik schufen sie innerhalb weniger Jahre Wohnraum für über 200 000 Menschen. Heute ist die Stadt Wien, die bis in die neunziger Jahre Gemeindebau um Gemeindebau errichtete, die grösste Hausverwaltung Europas.“ (NZZ, Die rote Festung steht noch, 2. Juni 2014)

Treffpunkt um 12:45 Uhr damit die offene Führung erwischt wird, jeden Sonntag organisiert vom Museum WASCHSALON NR. 2 (waschsalon.at/startseite).

Wir werden zuerst auf den Platz des 12. Februar (Bürgerkrieg 1934) geleitet, dann durch einen der luftigen Innenhöfe der Wohnanlage. Viele Informationen, viele Namen – eingerahmt ins gemauerte Wohnensemble, schönstes Wetter, der Schatten wird gesucht, Jacken aus- und angezogen. Zufällig zusammengewürfelte Gruppe, manche etwas gezwungen, anderer mit aufgeklebten Dauergrinsen, einer gibt zu oft zu verstehen, dass er sehr gut selber besser bescheid weiß. Zur Information über den Karl-Marx-Hof und das „Rote Wien“ sei dieser Artikel vom engagierten Wiener Soziologen Raphael Kiczka von 2014 empfohlen: das-rote-wien.

Anschließend ein kurzer Schlenker über die Hohe Warte, am Stadion vorbei, zum Setagaya Park. Schlendern durch Döbling, Kaffee und Kuchen, weiter in den 9. Bezirk, in die Porzellangasse zum Abendbrot. Zum Ende waren wir rund 10 Stunden unterwegs gewesen.

Bilder vom Sonntag:

Paralipomena: Warum Ausflug?

„So nun, völlig außerhalb von jeder literarischen Absicht und ohne einen Gedanken daran, fühlte ich manchmal meine Aufmerksamkeit plötzlich gefangen von einem Dach, einem Sonnenreflex auf einem Stein, dem Geruch einer Straße, und zwar gewährten sie mir dabei ein spezielles Vergnügen, das wohl daher kam, daß sie aussahen, als hielten sie hinter dem, was ich sah, noch anderes verborgen, das sie mich zu suchen aufforderten und das ich trotz aller Bemühungen nicht zu entdecken vermochte.“

Marcel Proust in „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“

Funkensprühendes Cereisen
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ABSTRAKT AUSFLUG #1

Abstrakt Ausflug #1 

Marienthal-Gramatneusiedl, 19. März 2022

16-17 Uhr beim Baumfällen im Park zugeschaut, schade um den Park

“1931 waren in der Gemeinde Marienthal durch die Schließung der ortsansässigen Textilindustrie dreiviertel von nahezu fünfhundert ortsansässigen Familien arbeitslos. Auf einen Hinweis des SPÖ-Vorsitzenden Otto Bauer und unter der Leitung des Wiener Sozialpsychologen Paul Felix Lazarsfeld machte sich das Team von fünfzehn jungen, hochmotivierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach Marienthal auf. Es wollte drei Monate lang das Elend vor Ort en detail erkunden.(…) Per teilnehmender und verdeckter Beobachtung wurden nicht nur statistische Daten über Haushaltsbudgets oder einzelne Mahlzeiten erfasst, sondern auch Zeitverwendungsbögen verteilt, Gaststättenprotokolle erstellt oder Gehgeschwindigkeiten gestoppt. (…) Dreißig Kilogramm Untersuchungsmaterial türmten sich vor Marie Jahoda auf, als sie sich die Zusammenfassung vornahm: Familienprotokolle, Budgetanalysen, Aufzeichnungen aus Gesprächen mit Ärztinnen und Ärzten, Lehrerinnen und Lehrern und vieles mehr. Herausragend dabei der narrative Stil, mit dem Jahoda als lebensnah forschende Sozialpsychologin die umfangreichen Daten aufbereitete.” (Beitrag im Radio, DLF)

Herausgekommen ist 1933 ein tolles Buch, bald verdrängt und vergessen, ab den 1960ern wiederentdeckt, seitdem zugänglich als günstiges taschenbuch: 

Marie Jahoda, Paul F. Lazarfeld, Hans Zeisel. Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch. (Lektüre sei empfohlen!)

Ausflug ging mit der Bahn ins nur 15 Minuten entfernte Gramatneusiedl, im Süd-Osten von Wien. Vom Bahnhof 20 Minuten die Hauptstraße hinunter stehen wir vor dem Museum Marienthal, verortet im ehemaligen Gebäude des Conumvereins aus den späten 20er Jahren. (Eines der schönsten kleinen Museen der Welt: http://agso.uni-graz.at/museum_marienthal/index.htm). 

weitere Info, kurzes video: https://www.youtube.com/watch?v=QOYyy7zTDCo

labournet.tv ( https://de.labournet.tv/ ) hat einen clip zum Film “Einstweilen wird es mittag” von Karin Brandauer veröffentlicht: https://de.labournet.tv/video/5737/einstweilen-wird-es-mittag

Zurück wählten wir weise einen anderen weg wie den bereits gegangenen und gelangten auf felder und wiesen, überquerten bäche und kanäle. Die abendsonne kündigte sich an, zum sonnenuntergang war es zu früh. (Siehe auch hierzu Bilder im Anschluß)

Verwiesen sei auch noch auf arbeiten der künstlerin Linda Bilda, die seit 2015 in Marienthal/Gramatneusiedl über das gemeindegebiet verteilt wurden, beziehung aufnehmend und suchend zu historischen gegebenheiten, aktuell in material und anliegen dass weiterhin etwas nicht stimmt mit den begrifflichkeiten von arbeit und arbeitslosigkeit: https://www.publicart.at/de/projekte/alle/?pnr=835&weiter=1

(wegen Linda Bildas kunst in marienthal hab ich mir das büchlein der Arbeitslosen von Marienthal damals zum ersten mal angeschafft. gelesen, halb vergessen, verlegt, jetzt wieder erinnert mit ankunft in wien, nochmal erworben)

Paralipomena: Warum Ausflug?

Der Ausflug dient dem Fortleben, der Wandlung und Erneuerung des Lebendigen. Die stets wieder sich stellende Aufgabe wahrer Ausflüge ist der verbindliche Ausdruck der Dialektik von Ganzem und Teilen, wobei die Erkenntnis der Teile in die des Ganzen übergeht und umgekehrt das Bewusstsein vom Ganzen dem Ansatz der Teile sein Gewicht zuteilt. Der Ausflug ist kein Statisches, sondern ein Prozess

Theodor W. Adorno in “Der Ausflug und die Ausflüge” ( … oder auch in “Zu einer Theorie der musikalischen Reproduktion”)

Jetzt hat das Dorf wieder Arbeit
Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle (Akademie der Bildenden Künste Wien)
Break
Legende Lageplan Marienthal (Linda Bilda)
„Die Arbeitslosen von Marienthal“, 28. Auflage, edition Suhrkamp, 2021, 12€
Die Teile und das Ganze
Das Ganze
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Auhofstraße

Die Auhofstraße ist relativ lang.

Die Wohnung und der Ausgangspunkt des Sonntagsspaziergangs befindet sich ziemlich genau in der Mitte der Auhofstraße. Im Osten beginnt sie am Schlosspark Schönbrunn, verläuft nach Westen und endet am Lainzer Tiergarten. Die erste Etappe führte frühmorgens gen Westen zum Nikolaitor, durch den Wald den Hügel hinauf und wieder hinunter bis zum Pulverstampftor, ein Stückchen an der Autobahn entlang und zurück auf die Auhofstraße. Nach einem kleinen Zwischenstopp mit Kaffee im Stammhaus der Bäckerei Schwarz und einem weiteren Zwischenstopp mit zweitem Frühstück in der Wohnung, ging es dann Richtung Osten, vorbei an den Botschaften Aserbaidschans, Deutschlands und Polens, hinein in den Schlosspark Schönbrunn. Genauer gesagt ins Palmenhaus und anschließend ins Wüstenhaus. Dort wurde dann auch der verantwortungsvolle Beschluss gefasst, seitens des Fachbereichs abstrakte Malerei zukünftig Patenschaften für nicht menschliche Lebewesen zu übernehmen. Die Wahl fiel auf ein paar Exemplare der Spezies aequorea macrodactyla

Die Bilder zum Text:

Im Wald, Lainzer Tiergarten
Wildschwein am Pulverstampftor
Entlang der A1
Gegenüber der deutschen Botschaft
Großes Palmenhaus Schönbrunn
Wüstenhaus Schönbrunn
Wohnung/Labyrinth der Nacktmulle im Wüstenhaus
Knabberfische im Wüstenhaus
Patenschaften für Tiere
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Raststätte

Vom 10.11. – 15.11.2021 war ich auf Einladung von Künstler Kollege/Kollegin Michael Akstaller und Laura Immler auf der Autobahnraststätte Frankenwald auf der A9 einquartiert. Bedingungsloses Aufenthaltsstipendium. Täglich verbrachte ich von 6:00 bis 8:30 Uhr die Morgenstunden im Brückenrestaurant der Raststätte Frankenwald A9, beispielhaft unten das Protokoll vom 2.Tag 11.11.21 und 3 Bilder. Kann solche Trips an entlegene Unorte nur empfehlen (a.k.a. residency ab vom schuss). Es war top!

Beste Grüße Stephan

5:50 Ankunft Brückenrestaurant

6:10 Cafe Crema, Cookie Double Chocolate, Pink Lady Apfel, erste Gäste Bundeswehrsoldaten in Tarnfleck 

6:45 Sonnenaufgang, Nebel 

7:00 Leichenwagen fährt zum tanken, Simply Red läuft im Radio

7:30 Nebel lichtet sich, ABBA läuft im Radio, Außenbeleuchtung Shell Tankstelle schaltet sich aus.

Passierende Transportfirmen, Richtung osten, 7:45 – 8:00 Uhr

Fürmetz Logistik, roadteam, TAJ, Gilles & Wagner, Hagner Sandlager, Speed-tranz.biz, NOPROSU, Dachser, Angermayr, ENCOR, Bucomerc, Euro24, EnerCon, Hermes, Citronex, Ziegler Group, Wagner, Dachser, DPL, NTG, Schenker, CargoLAB, Müller,TPG, Dachser, Wender, BCUBE, GABtrans,Möning, Lagarde Spedition, GLS, Vos-logistic, euro-jumbo, Hegelmann, Reitsch, contino, Berger, Methusalem-transporte, craisses, Hamburg-Süd, PEMA, amazon-prime, KTV, Brummer Logistik, Morschhäuser, CargoLine, HOBURG, Ziegler Group, SANO, Pietrazak, Rudolph logistic group, amazon-prime, Dachser FOOD, RAFtrans, Rudolph logistic group, TCT, DHL, ASTES, PFAB, Mirjan24, IHRO, IDS, Hummer, Blue Water.

8:05 Nebel zieht wieder auf, sehr schlechte Sicht, im Radio läuft “walking in Memphis” von Marc Cohn.

8:20 Zurück ins Hotel

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